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Diagnostik der Depression

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten und Methoden, die Depression diagnostisch einzugrenzen. Die Diagnostik einer Depression erfolgt über ein ausführliches Gespräch mit einem Arzt oder einem Psychologen. Dabei wird dieser sich an bestimmten Beispielfragen oder Fragebögen orientieren, die sich in der Forschung als zuverlässig und aussagekräftig erwiesen haben. Wissenschaftlich erstellte Fragebögen erlauben eine noch präzisere Diagnose aufgrund der erhobenen Normierung (Vergleichsergebnisse).

Dieses Gespräch ist das wichtigste Mittel des Experten, um herauszufinden, ob jemand an einer Depression erkrankt ist und wie stark diese ausgeprägt ist. Deshalb ist wichtig, dass Betroffene dem Arzt oder Psychologen vertrauen können und möglichst offen antworten.

Kriterien zur Diagnose einer Depression

Um die Diagnose einer Depression zu stellen, müssen mindestens zwei Kern- und zwei Zusatzsymptome über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen auftreten. Der Schweregrad, der Verlauf, die Dauer sowie das Vorhandensein von zusätzlichen körperlichen oder realitätsfernen (psychotischen) Symptomen sind weitere wichtige Informationen zur Diagnostik der Depression. In jedem Fall muss bei Vorliegen depressiver Symptome das Vorhandensein von suizidalen Gedanken und Absichten immer aktiv untersucht werden.

Die Kriterien zur Diagnose einer Depression richten sich nach den Vorgaben der international anerkannten Diagnose- und Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-IV. ICD-10 ist die 10. Ausgabe der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (engl.: „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“) und wird herausgegeben von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Abkürzung DSM-IV  steht für die 4. Ausgabe des „Diagnostischen und Statistischen Handbuchs Psychischer Störungen“ (engl.: „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders.

Schweregradbestimmung

Man unterscheidet zwischen leichter, mittelgradiger und schwerer Depression. Die Behandlungsmöglichkeiten für alle drei Schweregrade sind verschieden. Deswegen ist es notwendig, dass alle Krankheitsanzeichen so genau wie möglich erfasst werden. Die Einteilung nach Schweregraden wird von Fachleuten vorgenommen, indem sie das Vorhandensein bestimmter Symptome prüfen und sich einen klinischen Eindruck verschaffen.

  • Von einer leichten depressiven Episode spricht man, wenn zwei Kern- und höchstens zwei Nebensymptome vorliegen.
  • Bei zwei Kern- und drei bis vier Nebensymptomen spricht man von einer mittelgradigen Depression.
  • Mindestens drei Kern- und vier oder mehr Nebensymptome kennzeichnen eine schwere Depression.

Mögliche Verlaufsformen der Depression

Einzelne depressive Phasen nennt man depressive Episoden, wenn die Symptome mehr als zwei Wochen vorliegen. Diese Episoden können einmalig oder wiederholt auftreten.

Bei mehr als der Hälfte der Ersterkrankungen kommt es im Laufe der Zeit zu einer erneuten Erkrankung (Rezidiv). Zwischen zwei depressiven Episoden können Jahre vergehen, sie können aber auch innerhalb eines kurzen Zeitraums gehäuft auftreten. Wenn mehr als eine depressive Episode in der Lebensgeschichte der Betroffenen auftraten spricht man von einer rezidivierenden depressiven Störung.

Von einer Depression abzugrenzen ist die Dysthymie, eine anhaltende getrübte Stimmung, die das Befinden zwar beeinträchtigt, aber nicht so stark wie eine depressive Episode. Um eine Dysthymie oder eine Dysthyme Störung zu diagnostizieren, muss diese getrübte Stimmung mehr als zwei Jahre andauern.

Von einer chronischen Depression spricht man, wenn die Kriterien für eine depressive Episode mehr als zwei Jahre anhalten.

Saisonale Depression / Winterdepression

Eine Sonderform der Depression ist die sogenannte saisonale Depression. Hierbei kommt es in den lichtarmen Jahreszeiten (Herbst und Winter) zu Symptomen der Depression, die durch den Lichtentzug ausgelöst werden. Darüber hinaus leiden die Betroffenen auch häufig unter einem vermehrten Schlafbedürfnis und auftretendem Heißhunger.

Postpartale Depression

Eine postpartale Depression ist eine Depression, die bei Frauen auftreten kann, die ein Kind entbunden haben, aber auch bei Männern. Diese Erkrankung kann noch bis zu zwei Jahre nach der Geburt des Kindes auftreten und ist dringend behandlungsbedürftig. Oft wird diese Erkrankung auch als postnatale Depression (postnatal = nach der Geburt) bezeichnet.

Das diagnostische Gespräch

Es gibt einen einfachen Test, der den Verdacht auf eine depressive Störung erhärtet, den so genannten Zwei-Fragen-Test:

  • Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig, bedrückt oder hoffnungslos?

  • Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun?

Werden beide Fragen mit ja beantwortet, dann sollten Sie sich von einem Arzt oder Psychologen eingehend untersuchen lassen. In einem ausführlichen Gespräch sollen alle wichtigen möglichen Kern- und Nebensymptome einer Depression erfragt werden. Damit kann eine Erkrankung zuverlässig festgestellt oder ausgeschlossen werden.

Wenn bei einem Menschen depressive Anzeichen festgestellt wurden, heißt das nicht zwangsläufig, dass dieser an einer Depression leidet. Auch bei anderen psychischen Störungen gehören viele dieser Zeichen zum Krankheitsbild. So können Erschöpfung oder Schlafstörungen bei körperlichen Erkrankungen auftreten. Deswegen sollte der Arzt oder Psychologe in einem nächsten Schritt Fragen zu anderen möglichen Krankheiten stellen, um diese abzugrenzen.

Wenn eine depressive Erkrankung festgestellt wurde, bespricht der Arzt oder Psychologe gemeinsam mit dem Patienten das weitere Vorgehen und unterstützt ihn, die für ihn passende Behandlungsform auszuwählen und einzuleiten.



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