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Ausgebranntsein – „Burnout“

Morgens aufwachen und das Gefühl haben, es sei schon Abend. Allein der Gedanke an alles was kommt, macht müde. Unter „Burnout“ versteht man einen Zustand körperlicher, geistiger und emotionaler Erschöpfung. Betroffene fühlen sich ausgebrannt, müde und perspektivlos. Sie sind nicht mehr in der Lage, die eigenen Batterien wieder aufzuladen und sich zu erholen. Auch nach einem Urlaub dauert dieser Zustand an, weil freie Tage oft gefüllt mit Dingen sind, die man nicht mehr aufschieben konnte und ein Urkaub kaum lang genug ist, um die nötige Erholung zu gewährleisten.

Was viele nicht wissen: „Burnout“ ist eine spezifische Form der Depression.

Was bedeutet „Burnout“?

Der Begriff „Burnout“ ist in den Medien sehr präsent, er stammt vom englischen „to burn out“ und bedeutet „ausbrennen“. Lange Zeit war „Burnout“ als eine Art „Managerkrankheit“ angesehen, mittlerweile weiß man allerdings, dass jede berufliche, aber auch andersartige Überforderung zu einem „Burnout“, einem Erschöpfungszustand, führen kann. Diese Erschöpfung ist das Ergebnis einer übermäßigen geistigen, emotionalen und/oder körperlichen Anstrengung. Die Betroffenen berichten von vielfältigen Belastungen, ausgeprägtem Erleben von Stress und dem Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gerecht werden zu können. Es ist eine Art des Empfindens, die dem ständigen Stress gleichgesetzt ist.

Symptome des „Burnout“

Ein „Burnout“ ist durch Erschöpfung auf drei Ebenen gekennzeichnet:

Körperliche Erschöpfung

  • Kraftlosigkeit, schnelle Ermüdbarkeit
  • Schmerzen (häufig Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen)
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Schlafstörungen

Geistige Erschöpfung

  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Verlust von gedanklicher Kreativität und Flexibilität
  • Gedankenkreisen um negative Themen wie Versagen, Wert- und Sinnlosigkeit

Emotionale Erschöpfung

  • Niedergeschlagenheit, Gefühle von Hoffnungslosigkeit
  • Stimmungsschwankungen und schnelle Reizbarkeit
  • Ängste in Bezug auf die Zukunft und die eigene Leistungsfähigkeit
  • Gleichgültigkeit bis hin zum Zynismus

„Burnout“ und Depression

Der Begriff „Burnout“ ist bisher keine offizielle, eigenständige Diagnose. Die dem „Burnout“ zugeschriebenen Symptome sind identisch zu den Symptomen der Depression. Daran wird deutlich, dass es sich bei „Burnout“ um eine Form der Depression handelt.

„Burnout“ ist eine spezifische Form der Depression, deren Ursachen im Arbeitsbereich oder in einer anderen Überforderungssituation liegen. Therapie und Prävention bei „Burnout“ sind deswegen sehr ähnlich zur Depression – allerdings mit dem besonderen Schwerpunkt auf dem Umgang mit der Überforderungssituation.

Worin liegen die Ursachen?

Die Ursachen eines „Burnout“ liegen zum Großteil in einer aktuellen beruflichen oder andersartigen Überforderung. In der Regel sind Menschen betroffen, die sich ihren Aufgaben und Verpflichtungen sehr verbunden fühlen und einen hohen Leistungsanspruch an sich selbst haben. Wenn jedoch die eigenen Fertigkeiten und Kräfte nicht mehr ausreichen, um den Anforderungen zu genügen, kann es zum „Burnout“ kommen. Jedoch gibt es - wie bei jeder anderen Form der Depression - auch beim „Burnout“ vielfältige Faktoren, die als weitere Ursachen für die Entwicklung der Symptome in Frage kommen.

Wie entwickelt sich ein „Burnout“?

Betroffene berichten rückblickend häufig von einer schleichenden Entwicklung. Meist liegt der Beginn in einem verstärkten Einsatz im beruflichen und/oder privaten Kontext. Ein extremer persönlicher Leistungsanspruch lässt die Betroffenen die eigenen Grenzen überschreiten. Daraus resultiert fast immer eine Vernachlässigung der persönlichen Bedürfnisse und sozialen Kontakte. Auftretende Probleme werden ignoriert, um weiter zu funktionieren und es zeigen sich deutliche Veränderungen im Verhalten (z.B. völliger Rückzug und Abbruch sozialer Kontakte). In diesem Stadium treten auch meist psychische Symptome wie Niedergeschlagenheit, Ängste und Gefühle von Wert- und Sinnlosigkeit auf. Das Leben wird zunehmend mechanistisch, Betroffene berichten von einer Art Kontaktverlust zu sich selbst - sie funktionieren nur noch wie Roboter. Manche Betroffene versuchen, die aufgetretene innere Leere durch Alkohol- oder Drogenkonsum, exzessive Essgewohnheiten, Sexualität, Konsum o.ä. zu füllen. Dies führt jedoch zu einer Verschlimmerung der Symptomatik. Am Ende der Entwicklung steht die völlige Erschöpfung, der „Burnout“. In diesem Zustand können sogar Selbstmordgedanken auftreten, da für die Betroffenen kein anderer Ausweg aus der Überlastung mehr erkennbar ist.

Prävention von „Burnout“

Durch die Aufmerksamkeit der Medien auf das Thema „Burnout“ achten einige Arbeitgeber mittlerweile besser auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter.

Aber es gibt auch einiges, das Sie selbst tun können: Neben den Tipps zur Prävention der Depression ist beim Schutz vor „Burnout“ der besondere Fokus auf die Balance zwischen Be- und Entlastung zu legen. Nur wer in regelmäßigen Momenten des Ausgleichs, die Aufmerksamkeit von der Belastungssituation weglenken kann, ist im nächsten Schritt auch wieder in der Lage, sich dieser Herausforderung mit Energie zu stellen.

Es hilft auch, mit ein wenig Distanz auf die Belastungsfaktoren zu blicken und sich Fragen zu stellen wie:

  • Gibt es Veränderungsmöglichkeiten, die in meiner Macht liegen?
  • Kann ich jemanden um Hilfe bitten?
  • Können z.B. Aufgaben im Team anders verteilt werden?
  • Kann ich andere Möglichkeiten des Ausgleichs für mich finden?

Therapie des „Burnout“

Auch die Therapie des „Burnout“ ist mit der Therapie der Depression gleichzusetzen. Ein besonderer Fokus liegt allerdings auch hier auf den Belastungsfaktoren, die zu der Überforderung geführt haben. In der Therapie überlegt der Betroffene gemeinsam mit dem Therapeuten, wie die Belastungsfaktoren verringert und andere Bedingungen geschaffen werden können. Für Menschen, die unter „Burnout“ leiden, ist es ein wichtiger Schritt, das Gefühl wiederzuerlangen, Kontrolle über das eigene Leben zu haben und bei der Gestaltung der eigenen Lebensumstände mitwirken zu können. Insbesondere für die Rückfallprophylaxe ist es von großer Relevanz, besser mit dem eigenen Anspruch umgehen zu können und Strategien der Achtsamkeit und der Abgrenzung zu erlernen. Nur wer dauerhaft einen anderen Umgang mit Belastung und Stress findet, kann sich auch in Zukunft vor einem erneuten „Burnout“ schützen.



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